Chronik · Kapitel 2 von 10
I. Die Götterkriege
I. Die Götterkriege
I. Die Götterkriege
Einst, noch vor der Zeit des ewigen Kampfes, herrschte der große Friede. In diesem Zeitalter lebten die Tierkönige mit Ihren Untertanen auf der Erdenscheibe in völligem Einklang nebeneinander. Die Götter residierten in Ihren Hallen, ohne sich in die Geschicke auf der Weltenscheibe einzumischen. Einige der Götter jedoch, die mit der Lage Ihrer Hallen weit unterhalb der Erdenscheibe unzufrieden waren, neideten den Bewohnern der Erdenscheibe und den Göttern deren Hallen lichtdurchflutet waren, denn in ihre Hallen drang niemals das wärmende Sonnenlicht von Balders Wagen. Geblendet von diesem Neid und von Hass beschlossen sie, wenn ihnen kein Licht vergönnt sei, so soll dies niemandem mehr sein. Sie schufen daraufhin schreckliche Schattenwesen und bösartige Geister, die ihnen bei ihrem Plan, die anderen Götter zu stürzen und Vernichtung und Chaos auf die Erdenscheibe zu bringen, behilflich sein sollten. Doch verblendet wie diese Götter waren, schufen sie mächtige Wesen, die so voller Hass auf alles Lichte und Lebende waren, dass ihre Macht bald die ihrer Schöpfer übertraf und sie diese vernichteten.
Daraufhin bahnten sich diese einen Weg in die Hallen, die über Ihnen lagen und auf die Erdenscheibe. Anfangs hatten sie dort ein leichtes Spiel, da niemand einen solchen Überfall erwartet hatte oder gar von der Existenz dieser Kreaturen wusste. Fast wäre damals in der ersten Nacht des großen Krieges die ganze Erdenscheibe in die Hand der Daimonen, wie sie sie sich selbst nannten, gefallen. Das dies nicht geschah, war allein der Tatsache zu verdanken, dass jene Daimonen das Sonnenlicht so sehr hassten und verabscheuen, dass sie durch dieses verletzt wurden, als die ersten Strahlen des Sonnenwagens am Horizont erschienen. Sie flüchteten sich deshalb an solche Orte und in jene Hallen, in die die Sonnenstrahlen niemals dringen würden. Erst jetzt wurde Balder, der Göttervater, jener schrecklichen Taten gewahr. Er berief sofort eine Götterversammlung ein, in der er eiligst zum “Großen Krieg” wider der scheußlichen Kreaturen ausrief. Ein jeder sollte dabei beitragen, was er könne.
Um die Kreaturen, die wieder zurück in die tiefen Hallen geflüchtet waren, an einem schnellen Vorstoß zu hindern, legte Ferra eine viele Meilen dicke Felsschicht über jene Hallen. Doch in der Eile konnte sie diese nicht unüberwindbar machen und die Felsschicht war mit vielen verwirrenden Gängen durchzogen. Um jene Labyrinthe nahezu unpassierbar zu machen, legte nun Morgrim, der dunkle Wanderer, eine ewig währende und auch nicht von Licht durchdringbare Dunkelheit in sie. Diese sollte von nichts als der Glut aus Ferras Esse zu erhellen sein. Sie schuft nämlich dort eine Halle für all jene ruhelosen Geister der in jener Nacht Gefallenen. Sie selbst verschrieb sich der Abwehr der Daimonen, die aus dem Schattenreich ständig versuchten, wieder einen Weg zurück zur Erdenscheibe zu finden. Um diese Aufgabe zu bewältigen, schuf sie sich ein eigenes Volk, welches fortan als Zwerge bekannt war. Dieses Volk teilte sich mit seiner Schöpferin die Liebe zum Erze und erwies sich schnell als große und geschickte Hilfe beim Schmieden der Waffen für die Geister der Gefallenen, die an jenem Tage an Ferras Seite kämpfen sollen, wenn der schützende Schild des Erzes brechen wird.
Morgrim seinerseits, der dunkle Wanderer, der darüber bestimmt, ob die Toten in Ferras Halle einziehen oder bis zum letzten aller Tage in der ewigen Dunkelheit der endlos verworrenen Gänge umherirren, bestimmte einen vom Volke Ferras, der sich dadurch auszeichnete fast alle Wege im Gestein zu kennen, zu seinem Diener, der für Ihn die Seelen jener Toten in die Hallen Ferras führen sollte. Dieser Diener ward von nun an Accolon geheißen. Balder selbst stieg dann zur Erde nieder und versammelte die Tierkönige um sich deren Beistand zu sichern. Doch viele von Ihnen waren schon in jener ersten Nacht getötet wurden, so dass eiligst ein neuer Verbündeter her musste, der das vereinte Heer der Tierkönige und Götter unterstützen würde. so geschah es, dass jene schöpfende Kraft, die Gineva gerufen wird, die Menschen schuf. Sie waren ein Abbild der Götter, wenn auch nicht mit deren Kräften, Geist oder Fähigkeiten nen waren sie dennoch eine gute Unterstützung, denn sie waren zahlreich.
Jene mächtigen Kreaturen des Schattenreiches, die noch auf der Erdenscheibe waren und sich an dunklen Orten verkrochen hatten, standen nun einer großen Übermacht gegenüber. Doch ihre Wut und ihr Hass war so stark, dass sie einen großen Teil des Heeres, wenn auch unter eigenen Verlusten, vernichteten. In jenem Kampfe tat sich der Wolfskönig, Fenris gerufen, dadurch hervor, dass er alleine 3 jener 13 verbleibenden Schreckenskreaturen tötete. Die Schlacht endete mit dem Erscheinen des Sonnenwagens am Horizont. Viele der verbliebenen Tierkönige hatte diese Schlacht dahingerafft. Das Heer war auf einen Haufen zusammengeschrumpft. Doch Gineva, die Urmutter, erschuf viele neue Menschen, so dass auch die nächste Nacht überstanden wurde. In dieser Nacht wurde wieder einer der verbleibenden 10 Daimonen vernichtet. Diese suchten nun nach Möglichkeiten auch während des Tages Angst, Schrecken und Chaos zu verbreiten und so zu verhindern, dass sich das Heer wieder erholen konnte. Dazu schufen sie aus gefangenen Menschen und Tieren aus der Schlacht mit Hilfe Ihres Hasses jene verdorbenen Kreaturen, die heute Orks heißen. Aus Ratten und Menschen bildeten sie kleinere, heimtückische Verwandte der Orks, welche sie Snaggrats oder Goblins riefen. Diese ertrugen das Sonnenlicht und setzten nun dem großen Heer auch tagsüber zu. In dieser Stunde geschah es, dass Gineva ihre Liebe zu Fenris entdeckte, der sich so sehr für die anderen Kreaturen und Götter aufopferte. Sie schenkte Ihm vier Söhne, Managarm, Garm, Skalli und Hati. Jene standen an Kraft und Wildheit Ihrem Vater in nichts nach.
Als die Pferde des Sonnenwagens wieder ruhten, begann schließlich die Himmelsschlacht. Diese dauerte hundert mal hundert Tage und Nächte. Tagsüber wurde sie zwischen dem Heer und den Orks und Snaggrats geführt, des Nächtens von den Daimonen selbst. In dieser Schlacht kamen Managarm , Skalli und Hati zu Tode, aber sie rissen, ihrem Vater nacheifernd jeder zwei der Daimonen mit in den Tod. Garm und Fenris vernichteten den Rest. Und so ward die Himmelsschlacht um das Bestehen der Erdenscheibe und des Sonnenwagens gewonnen.
Aber jede Nacht besteht bis heute die Gefahr, dass eine jener Schreckenskreaturen, die im Schattenreich eingeschlossen wurden, den Weg durch das Labyrinth findet. Da Balder jedoch nachts bei seinem Weibe liegen wollte, erhob er Fenris für seine Dienste in den Götterstand und machte ihn zum jenem grauen Jäger, der des Nächtens sein Auge über die Erdenscheibe schweifen lässt und so die Menschen und anderen Lebewesen vor Unheil bewahrt.
Sein Sohn, Garm jedoch, war zu wild und zu grimmig um ihn auf der Erdenscheibe wandeln zu lassen. Also gab Balder ihm die Aufgabe die Hallen Ferras zu bewachen. Er streift nun ständig durch das Labyrinth um all jene, die dort nichts verloren haben, zu vernichten. Den Kampf gegen die Orks und Snaggrats überließen die Götter den Menschen, da die größte Gefahr nun gebannt war.