Chronik · Kapitel 5 von 10
Vom Glauben der Fjordländer
Vom Glauben der Fjordländer
I.I. Vom Glauben der Fjordländer
Das Wirken der Götter ist für die Fjordländer überall sichtbar: Die Sonne, die Wärme spendet, der Mond der das Dunkel der Nacht erhellt, das Blühen und Gedeihen von allerlei Pflanzen, kurz: die Allgegenwärtigkeit der Götter wird anerkannt und schlägt sich auch in der Alltagssprache nieder. Die Fjordländer kennen keine Tempel als Ort, an dem den Göttern gehuldigt wird. Da ihrer Ansicht nach die Götter allgegenwärtig sind, sehen sie keine Notwendigkeit, ihnen Tempel zu errichten. Wohl aber gibt es bei den Fjordländern heilige Stätten, an denen sich die Götter offenbart hatten, oder in die Geschicke der Welt eingegriffen haben. Die heiligen Schreine können überall gefunden werden – meist erkennt man diese besonderen Orte durch rote oder weiße Bänder aus Stoff, die in den Ästen eines Baumes wehen und kleine Opfergaben.
Bei Belangen, die die Götter betreffen, wenden sich die Fjordländer an ihre Geisterrufer. Diese Schamanen leben vom Stamm zurückgezogen in der Wildnis und werden dann aufgesucht, wenn Rat um der Willen der Götter, Magie oder Krankheiten gesucht wird. Es ergibt sich jedoch auch, dass die Geisterrufer die Abgeschiedenheit verlassen und sich für eine Weile in einem Dorf oder einem Clan aufhalten, wenn sie dies als ihren Weg erachten.
Die Götter werden respektiert und geachtet, das Walten der Götter wird als Tatsache akzeptiert, was sich in der Sprache niederschlägt. „…bei Ferras Hammer!“ oder „Gineva, schenk mir Geduld“ sind oft verwendete Satzanhängsel.
Außerdem fühlen sich die Fjordländer sehr mit ihren Ahnen verbunden. Der Respekt vor den Toten, das Gedenken an diese und das Ritual der Totenehre sind Traditionen, die so alt sind, wie das Land selbst.
Dazu zählen auch die Riten des „Alten Weges“: Um die Götter zu ehren, ihnen ein würdiges Opfer zu bieten oder für bestimmte magische Rituale, gehört das freiwillig gegebene Blutopfer. Ritualnarben an Händen oder Unterarmen von Fjordländern gehören deshalb zum alltäglichen Bild.